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aug 18

»Gut aufgelegt«

Neue Sonderausstellung im Deutschen Automatenmuseum eröffnet – historische Exponate werden ein Jahr lang gezeigt

Arg und SW vor AristonArmin Gauselmann (links) und Sascha Wömpener vor dem »Ariston«.
Benkhausen. »Bereits im Hochmittelalter wurden mechanische Musikinstrumente mit Hilfe von Stiftwalzen zum Klingen gebracht«, berichtet Museumsleiter Sascha Wömpener, der die Sonderausstellung »Gut aufgelegt« im Beisein geladener Gäste, darunter die stellvertretenden Bürgermeisterinnen Christel Senckel (Espelkamp) und Ilona Meier (Stemwede) sowie Bürgermeister Frank Haberbosch (Lübbecke), offiziell eröffnete. »Erst 1882 wurden diese Stiftwalzen von einer neuen Erfindung abgelöst: der Lochplatte.«

Wie diese Historie weitergeht, das wird zur Zeit und bis Juni nächsten Jahres im Deutschen Automatenmuseum auf Schloss Benkhausen anschaulich dargestellt, denn das Museum zeigt nicht nur die Tonträger und ihre Erfinder, sondern demonstriert die mechanische Technik an echten Musikautomaten, die mal mit, mal ohne Münzeinwurf noch immer funktionieren. Das wiederum ist nur möglich, weil sich ein echtes Spezialistenteam in der Museumswerkstatt fachmännisch um die historischen Exponate kümmert.

Ariston aus GlasDas Ariston, von Paul Ehrlich erfunden – eine kleine mechanische Tischorgel.

Dank für großes Engagement

Armin Gauselmann, seit 1999 verantwortlich für das Automatenmuseum, das 1985 durch seinen Bruder Michael gegründet wurde, lobte in seiner Ansprache anlässlich der Ausstellungseröffnung auch die große Leidenschaft, mit der sich jeder einzelne Museumsmitarbeiter engagiere. Neben dem sechsköpfigen Stammpersonal mit Sascha Wömpener als Leiter des Museums, Jessica Midding und Heike Bohbrink sowie den Technikern Ingo Rosenbrock, Matthias Dieckmann und Josef Herb, dankte Armin Gauselmann auch den insgesamt sieben Aushilfen, die an den Wochenenden und Feiertagen als Ansprechpartner für die Besucher zur Verfügung stehen für ihren Einsatz. Einen weiteren Dank richtete Armin Gauselmann an die Leihgeber einzelner Exponate, die mit ihrer Unterstützung zum Gelingen des Ausstellungskonzeptes beigetragen hätten.

Das Grußwort der Stadt Espelkamp sprach Christel Senckel, die das Gesamtkonzept Schloss Benkhausen einschließlich des Museums als kulturellen Leuchtturm im Mühlenkreis bezeichnete. »Dass die Menschen Ende des 19. Jahrhunderts sich die Musik, die es sonst nur in Kirchen oder auf Festen zu erleben gab, plötzlich ins eigene Wohnzimmer holen konnten, war eine unglaubliche Sensation«, beschrieb Frau Senckel den Kern der neuen Sonderausstellung und nahm damit direkten Bezug auf die Erfindung der Lochplatte und des Ariston durch Paul Ehrlich, den sie zugleich als Grundsteinleger der heutigen Musikindustrie benannte.

Elektronisches BuchEin überdimensional großes E-Buch steht bereit, in dem ausführliche Details per Touchscreen-Bedienung »nachgeschlagen« werden können.
»Das achte Weltwunder«

Insgesamt widmet sich die Ausstellung sechs prägenden Erfindern, die mit ihren Innovationen tatsächlich einen neuen Wirtschaftszweig gründeten und mit Leben ‒ oder vielmehr mit Musik ‒ erfüllten. Immer ging es darum, mittels Datenträger Informationen auf mechanische Weise in Musik zu verwandeln. Ob Stiftwalze, Lochplatte, Kammzungen, Wachswalze, Schellack oder Vinyl – von Erfindung zu Erfindung wurde die Technik immer raffinierter und brachte immer neue, immer brillanter klingende Musikautomaten hervor.

Zu den besonders eindrucksvollen mechanischen Musikinstrumenten gehört in diesem Kontext zweifelsohne das Geigen-Piano »Hupfelds Phonoliszt-Violina«. Der kreisförmige Geigenbogen ist mit Rosshaar bespannt. Die Geige wird je nach Bedarf durch ein fein reguliertes, pneumatisches System schwächer oder stärker gegen den rotierenden Geigenbogen gedrückt. Kleine, gummistoffbezogene Bälgen betätigen Finger, die auf der Geigensaite die entsprechenden Töne abgreifen. »Von enthusiastischen Bewunderern wurde die Phonoliszt-Violina auch als das 8. Weltwunder bezeichnet«, wusste Sascha Wömpener zu berichten.

Doch auch das »Ariston«, eine kleine mechanische Tischorgel, hat in der Sonderausstellung einen besonderen Stellenwert. Das Instrument wurde zwischen 1880 und 1910 von der Fabrik Leipziger Musikwerke (vormals Paul Ehrlich & Co) hergestellt. Der Erfinder des Ariston mit seiner Lochplatte aus Pappe war Paul Ehrlich, der zugleich ein Vorfahre von Unternehmergattin Karin Gauselmann ist!

Geigenwunder 1Zu den besonders eindrucksvollen mechanischen Musikinstrumenten gehört das Geigen-Piano »Hupfelds Phonoliszt-Violina«. Fotos: Claudia Hecke
Geschichte und Hightech

Neu an dieser inzwischen 4. Sonderausstellung des Deutschen Automatenmuseums ist jedoch nicht nur das Thema, sondern auch die komplette Optik des Raums. Darüber hinaus wurden insgesamt sechs Hörstationen installiert, an denen die Geschichte der Erfinder und ihrer Innovationen erzählt wird. Überdies steht ein überdimensional großes, aufgeschlagenes Buch für die Museumsbesucher bereit, in dem ausführliche Details über die einzelnen Exponate per Touchscreen-Bedienung »nachgeschlagen«  werden können. In der Sonderausstellung sind somit Geschichte und Hightech gelungen miteinander kombiniert worden.

LochscheibenDie Lochscheiben-Exponate zogen das Publikum magisch an.

Hrstation 3An sechs Hörstationen wird die Geschichte der Erfinder erzählt.

Saisonauftakt beim Aufsteiger Dormagen

4 Heimspiele im Dezember


Lübbecke. In   Liga 2 geht manches etwas schneller  als in der ersten. So hat die Handball-Bundesliga längst die Spieltermine für die 2. Handball-Bundesliga bekanntgegeben.

Für den TuS N-Lübbecke beginnt die Bundesligasaison am Freitag, 24. August, mit einem Auswärtsspiel beim Aufsteiger TSV Bayer Dormagen. Das erste Heimspiel findet am Sonntag, 2. September, 17 Uhr, gegen den Wilhelmshavener HV statt. Am 3. Oktober, am Tag der deutschen Einheit, reist der TuS N-Lübbecke nach Hamburg zum Aufsteiger Handball Sport Verein Hamburg.

Der erste Doppelspieltag steht dem TuS N-Lübbecke am 12. und 13. Spieltag bevor. Am Freitagabend tritt das Team von Trainer Aaron Ziercke zunächst im Heimspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen an, bevor es am Sonntagnachmittag, 17 Uhr, zum Dessau Roßlauer HV reist.

Der Dezember ist für den TuS ein echter »Heimspielmonat«. Gleich viermal haben die Zuschauer in der Adventszeit die Gelegenheit, ihr Team in der »Merkur Arena« zu unterstützen. Dann begrüßt der TuS die HSG Nordhorn-Lingen (1.12.), Mitabsteiger TV 05/07 Hüttenberg (8.12.) sowie den EHV Aue (22.12.) und am 2. Weihnachtsfeiertag (26.12.) zum ersten Rückrundenspiel den TSV Bayer Dormagen.

Nach der Weltmeisterschaftspause beginnt der TuS N-Lübbecke zunächst wieder auswärts beim Wilhelmshavener HV (9.2.2019). Zum ersten Heimspiel kommt es dann am Freitag, 15. Februar gegen den VfL Eintracht Hagen. Das letzte Heimspiel der Saison ist auf den 1. Juni terminiert. Zu Gast in der Merkur Arena ist der HSC 2000 Coburg. Das letzte Saisonspiel findet dann eine Woche später, 6. Juni, beim EHV Aue statt.

Der freie Dauerkartenverkauf läuft. Ab 170 Euro ist man bei jedem Heimspiel in der Merkur Arena dabei.

TuS N verliert zweites Testspiel

Nach gutem Anfang gingen die Ideen aus – nächster Gegner  Bergkamen

Aaron Ziercke 2Aaron Ziercke bereitet sich intensiv mit seiner Mannschaft auf die zweite Liga vor.
Lübbecke. Der TuS N-Lübbecke hat nach dem Erfolg gegen Hildesheim sein zweites Testspiel in der Vorbereitung gegen die HSG Nordhorn-Lingen mit 27:29 (16:12) verloren.

Nach einer ansehnlichen ersten Hälfte gelang der Mannschaft von Aaron Ziercke ab der 50. Minute zu wenig, um für ein weiteres Erfolgserlebnis in Frage zu kommen. Beste Werfer der Lübbecker waren Marian Orlowski und Peter Strosack mit je 6 Treffern.

Die HSG Nordhorn hatte   in diesem Vorbereitungsspiel nichts zu verschenken, zeigte sich das neue Team doch erstmals vor dem heimischen Publikum. In den Anfangsminuten legte der TuS vor, die HSG zog nach. Beim 6:4 (13.) konnten sich die Schützlinge von Aaron Ziercke eine 2-Tore-Führung erarbeiten. Jens Bechtloff per Siebenmeter und Dener Jaanimaa trafen für Nettelstedt. Nordhorn stellte jedoch bis zur 15. Minute den 6:6-Ausgleich wieder her. Wieder legten die Nettelstedter mit Treffern von Dener Jaanimaa und Peter Strosack zum 8:6 (16.) vor, der 8:8-Ausgleich folgte wieder postwendend.

Aaron Ziercke nahm die erste Auszeit, brachte mit Marian Orlowski, Jan-Eric Speckmann und Luka Rakovic neues Personal. Nach einer kurzen Findungsphase, in der das »Zwei-Städte-Team« in Führung ging, glich Marian Orlowski mit einem verwandelten Siebenmeter zum 11:11 (22.) aus. Vier TuS-Tore in Folge, darunter drei von Marian Orlowski und eins von Jan-Eric Speckmann, brachten mit dem 15:11 (29.) die Vorentscheidung zur Halbzeitpause. HSG-Neuzugang Julian Possehl und wieder Marian Orlowski besorgten den 16:12-Pausenstand.

Nordhorn kam wacher aus der Pause, verkürzte den Rückstand bis zur 39. Minute auf 20:19. Unsere Mannschaft kämpfte um die Führung und das erfolgreich. Beim 21:19 (43.) durch Neuzugang Patryk Walczak vom Kreis waren es wieder 2 Tore vor. Peter Strosack kann mit einem Doppelpack noch einmal auf +3 (23:20, 45.) erhöhen und beim 24:22 nahm Aaron Ziercke eine weitere Auszeit. Diese fruchtete bei der HSG, beim TuS eher nicht. Georg Pöhle glich mit einem Siebenmeter zum 24:24 (50.) aus und besorgte in gleicher Manier auch das 25:26 (53.). Verjaans und erneut Pöhle – Luka Rakovic scheiterte zwischenzeitlich mit einem Strafwurf am richtig straken HSG-Neuzugang Bart Ravensbergen – erhöhten auf 28:25 (57.). Endlich erlöste Marian Orlowski seine Mannschaft mit einem verwandelten Strafwurf seit der 50. Minute mit seinem Treffer zum 26:28 (59.) Für den 27:29-Endstand sorgten Miedema und Rakovic.

Am Freitag, 27. Juli, fährt der TuS N nach Bergkamen, wo um 18:30 Uhr in der Sportalle am Friedrichsberg ein weiteres Vorbereitungsspiel angepfiffen wird. Am 3. und 4. August dann folgt noch eine Turnierteilnahme in Hildesheim.

Das »StadtLesen« kam bestens an

Viele Lübbecker stecken die Nase noch ins Buch

Lesen Grdunschule 2 1Manch einer oder eine werden sich überlegt haben, wieder die guten alten Sitzsäcke anzuschaffen, auf denen das Lesen so viel Spaß macht.
Lübbecke. Am Mittwoch goss es teilweise noch wie aus Kübeln – und beim Aufbau des »Lesewohnzimmers Marktplatz« wurden alle Beteiligten gleich mehrfach richtig nass. »Aber es hat sich gelohnt«, wie Lübbecke Marketing Geschäftsführer Peter Schmüser erklärte, dem zum Start der LiteraTour mit dem »Lesewohnzimmer« auf dem Marktplatz Donnerstagvormittag bei strahlendem Sonnenschein hörbar ein Stein vom Herzen fiel.

Richtig los war was auf dem Lübbecker Marktplatz, als hier die dritten Klassen Lübbecker Grundschulen ein »Lesepicknick« machten – überaus passend einen Tag vor Beginn der Sommerferien. Und als Gast auf der Lesebühne sorgte Fernsehmoderator Ralph Caspers, unter anderem bekannt aus der Sendung Quarks und Co., für Unterhaltung.

Zuhören, rumlümmeln auf Decken, Sitzkissen oder in Schaukeln, mal ein kühler Schluck an der kostenlosen Wassertheke und dazu die enorme Auswahl an rund 3000 Büchern: Das kam bei den Kindern an.

Ralph CaspersGast auf der Lesebühne: Fernsehmoderator Ralph Caspers, bekannt aus Funk und Fernsehen.
Donnerstagabend dann das erste literarische Highlight im »Lesewohnzimmer Lübbecke«: Bruno Preisendörfer las abends in moderierender Form aus seinem aktuellen Buch »Die Verwandlung der Dinge – Eine Zeitreise von 1950 bis morgen«. Und der 1957 geborene Autor hat zweifelsohne schon ein ganzes Stück Zeitreise hinter sich, die er – beginnend im Kindesalter – Revue passieren ließ, moderiert von Thomas van Zütphen.

Bürgermeister Frank Haberbosch sowie Sven Binner für den Rotary-Club, der maßgeblich am Zustandekommen des »Lesewohnzimmers« beteiligt war, begrüßten die zahlreichen Zuhörer. Froh und stolz zeigten sich beide darüber, dass es gelungen ist, diese hochwertige Event in den Altkreis Lübbecke, in die kleine Wiehengebirgsstadt zu holen.

Freitagabend war Krimizeit im Lesewohnzimmer Marktplatz Lübbecke. In Berlin geboren, hat es Andrea Gerecke in den Mühlenkreis »verschlagen«, wie sie den Zuhörern berichtete, bevor sie in literarisches Verbrechen im Mühlenkreis eintauchte. Carla Berling, die zweite im dreiteiligen Krimi-Bund, stammt ebenfalls aus dem Mühlenkreis; jetzt lebt sie in der Rheinmetropole Köln. Die Autorin ist auch in Sachen Comedy unterwegs. Die Krimilesung beschloss Eva Ehley aus Berlin. Sie hat sich einen Namen mit ihren Sylt-Krimis gemacht.

Autorin 3 1Eva Ehley entspannt vor ohrer Lesung. Foto: Hallo Lübbecke
Samstag bummelten viele Besucher durch Lesewohnzimmer Marktplatz, und so mancher holte sich am Vormittag interessante Tipps und Tricks beim Front-Cooking mit dem Landfrauenservice auf dem Wochenmarkt ab. Ebenso stieß der Kalligraphie-Workshop mit Elke Eickhoff in der Mediothek auf Interesse.

Sonntag gabt´s von 9 bis 17 Uhr freies Lesen. Und von 11 bis 14 Uhr stellten sich regionale Autoren am offenen Mikro vor.

(Text: hallo Lübbecke)

 

 

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