Endlich! Im April ist unser Marktplatz fertig

Das Herz der Lübbecker Innenstadt wird aufwändig umgebaut – Bald soll hier viel gefeiert werden

MarktplatzaltDer Marktplatz im Wandel der Zeit. Anfang des 19. Jahrhunderts sieht er noch ganz anders aus, während das Foto aus dem Jahr 1972 (1. Foto unten) schon stark an den heutigen Marktplatz erinnert, der hier mit Baustelle zu sehen ist (2. Foto unten).

Lübbecke. In Lübbecke wurde dereinst zweimal in der Woche Markt gehalten. Die Verkaufsstände lagen an der Marktstraße zwischen Rathaus und Kirche, begrenzt nach beiden Seiten durch die Hofummauerungen zweier Burgmannshöfe.

An den Markttagen war jede Handelstätigkeit außerhalb des Marktes untersagt. Die Höker boten Butter, Hering, Stockfisch, Schmalz und Speck im freien Verkauf an nach heutigen Begriffen »ohne Preisbindung«. Gartenkräuter, Wildbret, Eier und Käse warteten auf Käufer. Das Feilschen und Handeln konnte beginnen.

Die Bäcker und Schlachter waren als Mitglieder der Ämter (= Innungen) verpflichtet, die städtischen Preisvorgaben einzuhalten, die öffentlich am Rathaus und an den Stadttoren neben der Marktordnung ausgehängt waren.

Viermal im Jahr waren die großen Markttage, von denen zwei für den Viehhandel zugelassen waren. An diesen Tagen herrschte drangvolle Enge auf den Straßen und in den Gassen der Stadt. Das Großvieh war in der »Köttelbeke« aufgereiht. Dieser Straßenteil zwischen Markt und Lange Straße war von einem Bach durchflossen, über den die Fäkalien ausgeschwemmt wurden.

Warenfuhren konnten wegen der beengten Straßenverhältnisse hier nicht passieren.

Die Bezeichnung »Köttelbeke« wurde 1927 aufgegeben zugunsten der Bezeichnung »Bäckerstraße«. Die alte Bezeichnung war den Anliegern und einigen Ratsherren zu anrüchig gewesen. Durch die Namensänderung war die ursprüngliche Bäckerstraße zwischen Gänsemarkt und Lange Straße um einen südlichen Teil verlängert worden.

Marktplatz1972Die neue Treppe: mit einigen Richtungswechseln kommt man nach oben.

Die Markttage wurden noch im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert mit Erfolg fortgesetzt. Das Marktgeschehen lässt sich über die Erhebung der Stättegelder wenigstens bruchstückhaft rekonstruieren. Am 3. Oktober 1839 gab es Tanzzelte, Zelte für Kaufmannswaren und solche für Speisen und Getränke aller Art. Töpfer, Kesselhändler, Scherenschleifer, Blechwarenhändler, Sattler, Schuster, Band- und Uhrenhändler waren vertreten. Es gab Stände mit Gemüse und Früchten sowie Karussells, die von Pferden gezogen wurden. Die Marktstättengelder geben auch Auskunft über den Herkunftsort der Händler und Handwerker. Nahezu alle Orte der näheren Umgebung sind vertreten.

Die einsetzende Gewerbefreiheit sollte im Laufe der Zeit erhebliche Veränderungen mit sich bringen. Schuhe, Stoffe, Haushaltsgeräte verschwanden allmählich aus dem Warenangebot der Wochenmärkte. Arzneimittel waren schon im Laufe des 18. Jahrhunderts vom Markthandel ausgeschlossen worden zugunsten der Apotheken. An der Langen Straße begann die Zahl der Händler und Kaufleute mit privaten Verkaufslokalen zu wachsen.

Soweit der zusammengefasste Text von Helmut Hüffmann mit dem Titel: »Handel und Wandel auf der Langen Straße und dem Marktplatz in Lübbecke«.

Der Marktplatz hat eine wechselvolle, teilweise unheilvolle Geschichte erlebt, der nun ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden soll. Der Platz wird neu gestaltet und soll nach Auskunft des Tiefbauamtsmitarbeiters Christoph Wiehe und Stadtpressesprechers Andreas Püfke bis Ende des ersten Quartals fertiggestellt sein. Mit einer kleinen Einschränkung: Der Winter darf nicht allzu lange dauern, damit auch gearbeitet werden kann.

Nach der »Köttelbeke«, wie die Bäckerstraße lange hieß. soll mit dem Marktplatz nun der zweite große Bauabschnitt abgeschlossen werden. Und Andreas Püfke verspricht: »Der neue Marktplatz wird gefeiert«. Das Bierbrunnenfest wird wieder an den angestammten Platz zurückkehren, die Schützen werden im Jubiläumsjahr nach alter Tradition wieder auf dem Marktplatz antreten. Direkt nach dem Blasheimer Markt folgt ein Gastspiel der Big Band der Bundeswehr.

MarktplatzbausstelleDie neue Treppe: mit einigen Richtungswechseln kommt man nach oben.

Vieles ist noch in der Planung und noch nicht spruchreif, doch der neue Marktplatz, an den natürlich auch der Wochenmarkt zurückkehrt, soll ein wichtiger Treffpunkt in der Stadt werden. Dann soll fürs Erste Schluss sein mit den baulichen Aktivitäten in der Innenstadt. Die nächsten Schritte stehen allerdings schon fest: Steinweg, Scharrn und Feuerwehrplatz werden irgendwann folgen. Anschließen zu guter Letzt die Tonstraße und der Rest der Langen Straße. Das wird sich dann auch danach richten, wann klar ist, was am Westertor passiert.

 

 

Panorama Verlags- und Werbegesellschaft mbH
Neue Umschau · Horst Husemöller · Alfredstr. 10 · 32312 Lübbecke · Telefon 05741 297420 · E-Mail: redaktion@neue-umschau.de