»Legalize it« reicht hier nicht!

Für einen neuen Parkplatz am Krankenhaus Lübbecke ist offenbar kein Geld da

Lübbecke. (huse) Während im Innern der Lübbecker Krankenhauses einiges an Geld in die Hand genommen wird, um zum Beispiel die Notaufnahme zu erneuern, wird vor der Haustür improvisiert.

Einfahrtparken editedOb ausgerechnet an diesen Stellen Autos abgestellt werden sollten, darüber kann man nachdenken. Ohne die ordnenden Pinselstriche ist jedenfalls vorher niemand auf die Idee gekommen, direkt neben der Auffahrt zum Krankenhausgelände zu parken.

Nach vielen öffentlichen Klagen hat man in den letzten Wochen kurzerhand den Pinsel in die Hand genommen und einige der Parkplätze entlang der Straße, die seit Jahren illegal als solche genutzt werden, mit ein paar Linien versehen und sie so gewissermaßen legalisiert.

Das hat aber nur sehr wenige zusätzliche Abstellmöglichkeiten geschaffen, denn nach wie vor stehen Tag für Tag Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Besucher und Besucherinnen am Straßenrand, steigen teilweise in den Schlamm und gefährden außerdem den Verkehr.

Festgefahren editedDieser Mercedes ließ sich nicht so einfach aus dem Dreck ziehen.

Als wir die Fotos gemacht haben, trafen wir auf einen junge Dame, die im Schlamm steckengeblieben war. Nach einigen unbeholfenenen Befreiungsversuchen machte sie sich auf den Weg zurück ins Krankenhaus, um sich tatkräftige Hilfe zu holen.

Richtung Pflegehaus editedRichtung Obernfelder Pflegeheim ist die Straße natürlich nach wie vor von parkenden Autos gesäumt.

Um sinnvoll Abhilfe zu schaffen, muss der Parkplatz nach Norden vergrößert werden. Unseren Informationen nach würde der Kreis dort gerne tätig werden und Land dazukaufen, doch dafür fehlt ihm schlichtweg das Geld. Bliebe vielleicht noch die Möglichkeit, zu pachten und nur zu schottern. So oder so gehören dort mehr Parkflächen hin. Auch mit Blick auf die Fürsorgepflicht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Arbeitstag sich durch die Parkplatzsucherei über Gebühr verlängert.

Die Entdeckung des Kreisels

Baubeginn am Volksbank-Kreisverkehr  ist für den 1. April geplant

Lübbecke (huse). Dass man mit dem Ausbau des ersten Kreisels in der Lübbecker Innenstadt noch im Herbst begonnen hat, führte mittels des Winters zu einer deutlich verspäteten Fertigstellung. Statt der geplanten vier Monate sind es nun ein paar mehr geworden.

DSC 0050 editedDer Kreisel an der Katholischen Kirche ist fertig, am 1. April geht es an der Bahnhofstraße weiter.

Besonders im Endspurt kam es noch zu einigen Verzögerungen, die zeitweise für ein heilloses Chaos in der Innenstadt und auf den Bundesstraßen führten.

Hatte man während der Baupausen im Winter noch einspurig den Niederwall nutzen können, so ergaben sich für zahlreiche Autofahrerinnen und Autofahrer wegen der schwer zu entdeckenden Umleitungsführung über den Geistwall eine echte Schnitzeljagd. Da kamen einem schon mal auf der Niedernstraße Fahrzeuge entgegen, die Bäckerstraße wurde als Abkürzung genutzt oder aber in der Ostertorstraße irrten ortsunkundige und auch ortskundige Verkehrsteilnehmer umher, um dem Ganzen zu entkommen.

Doch das ist vorbei, der erste Kreisel ist freigegeben. Weiter geht´s dann ab 1. April an nächsten Kreisel an der Volksbank/Bahnhofstraße. Dieser Umbau wird vermutlich weniger Zeit in Anspruch nehmen, weil das Wetter besser ist. Das alles geschieht zum Wohle des Westertorprojekts, dass ohne diese beiden neuen Wendekreise für die Busse nicht auskommen wird. Und es gibt die gute Nachricht: wenn nicht noch völlig unvorhersehbares passiert, werden in nicht allzu weiter Ferne das Deerberg-Gebäude, das Parkhaus West und einiges mehr dort verschwinden und Platz machen für einem schönen Neubau Platz.

Wieso nun aber die »Entdeckung des Kreisels«? Meine ersten Kreisel habe ich während eines Trampurlaubs Ende der 60er-Jahre in England, Frankreich und Belgien erlebt. Da war ich Beifahrer, halb so schlimm. Doch Anfang der 70er-Jahre erlebte ich mit meinem Ford 23 M in Paris einen echten Kreiselalbtraum, der womöglich noch heute Auswirkungen zeigt. Ahnungslos kutschierten mein Freund Erhard und ich (am Steuer) durch Paris und landeten am Arc de Triomphe. Bis zu acht Spuren werden da genutzt,  und ich geriet mitten hinein. Ich fuhr ständig im Kreis herum und versuchte mich verzweifelt in Richtung irgendeiner der schier unzähligen Ausfahrten vorzuarbeiten. Schweißgebadet landeten wir schließlich auf einer Nebenstraße, mit dem Vorsatz, den Arc de Triomphe künftig nur noch im Bus zu besuchen.

Arc editedDer Verkehr umkreist den Arc de Triomphe in Paris in bis zu acht Spuren. Das erfordert Übung bei den Verkehrsteilnehmern.

Irgendwann vor inzwischen langer Zeit begannen deutsche Straßenplaner, sich an den Urlaubs-Vorbildern in Italien (ebenfalls mit Vorsicht zu genießen), Frankreich, den Niederlanden oder Skandinavien zu orientieren. Und, wie sollte es sein, auch die heimischen Politiker entdeckten die Kreisel. Das funktionierte augenscheinlich so wie in Siedlungen. Baut der Nachbar einen Wintergarten, geht es alsbald auch nebenan oder zwei Häuser weiter los.

Da in Lübbecke die Dinge manchmal etwas länger dauern, verfügt die Stadt (meines Wissens nach) erst über deren drei. Den bei der Bäckerei Schmidt (»Am Kreisel«), den im Industriegebiet und den niedlichen in der Hahlerstraße. Da gibt es zwar kein hohes Verkehrsaufkommen, aber dieser Minikreisel hatte immerhin zur Folge, dass dort keine Unfälle mehr passiert sind, weil irgendwer die Vorfahrtsregelen nicht intus hatte.

Nun verfügen wir künftig also erst einmal über fünf Kreisel. Die beiden neuen Standorte wurden schon seitens des Bauamtes vor Jahren auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft. Danach werden sie an dieser Stelle keinen entscheidenden Einfluss auf den Verkehrsfluss haben, dazu liegen sie auch womöglich zu dicht beieinander, man fährt ja fast von einem in den anderen. Der beste Effekt werde sein, dass es des Nachts keine Ampeln mehr gibt. Aber sie müssen eben sein, weil es keinen Busbahnhof mehr geben wird, wo die Busse die Fahrtrichtung ändern können.

Der neue Kreisel an der Niedertorstraße kostet 875.478,67 Euro, der an der Bahnhofstraße 1.171.520,13 Euro. Die zuschussfähigen Gesamtausgaben belaufen sich auf 2.080.800 Euro. Die Gesamtzuwendung aus Zuweisung nach dem Gesetz zur Entflechtung von Gemeinschaftsaufgaben belaufen sich auf 1.148.500 Euro, die in das Lübbecker Stadtsäckel fließen. Bleibt als Eigenanteil etwas mehr als 800.000 Euro, die aus dem Haushalt der Stadt finanziert werden müssen.

Das nächste größere straßenbauliche Projekt wird bekanntlich am Wilhelmsplatz vorbereitet. Was immer dort passiert, mich beruhigt, dass die Planungen schon stehen. Sonst käme womöglich jemand auf die Idee, auch dort zu kreiseln.

 

 

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