Abenteuer Kapstadt hat begonnen

Seda Behring verbringt ein Jahr in Südafrikas zweitgrößter Stadt

Lübbecke. (huse) 1,61 Meter ist sie groß, hat gerade ihr Abitur gemacht und sich gerade von ihrer Clique, ihrer Mutter Tanja, Freunden und Verwandten verabschiedet. Und das gleich für ein ganze Jahr. Seda Behring ist nach Kapstadt aufgebrochen, um dort für ein Jahr in einem Township zu arbeiten. Von Düsseldorf aus ging es mit dem Flugzeug nach Dubai, dort hatte sie vier Stunden Aufenthalt, um danach die letzte Etappe ihrer ingesamt 18 Stunden dauernden Reise zu bewältigen.

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Tanja Behring und Tochter Seda freuen sich darauf, sich in einem Jahr wieder in die Arme nehmen zu können.

Kapstadt ist die zweitgößte Metropole Südafrikas. Sie liegt in der Provinz Western Cape, die umschlossen ist vom Indischen und Atlantischen Ozean und schönste Strände, unglaubliche Naturkulissen und ganzjährig mildes Klima bietet. Doch, wie alle südafrikanischen Städte, hat auch Kapstadt mit der Kriminalität zu kämpfen.

Für Seda stand schon lange fest, dass sie nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr machen wollte. Sie will, zumindest im Moment, nach ihrer Rückkehr »eventuell« ein duales Studium Soziales oder Sozialarbeit studieren. Das scheint ihr zu liegen denn seit längerem schon hat sie einmal in der Woche im Kinderhaus Rahden mit einem behinderten Jungen gearbeitet. Dies, so stellt sie in unserem Gespräch kurz vor ihrer Abreise fest, »war eine gute Voraussetzung für die Bewerbung«. Im September vergangenen Jahres hat sie dann »ernsthaft« begonnen, sich nach einer passenden Organisation umzusehen und stieß schließlich auf »Die Freunde der Erziehung Rudolf Steiners«, die weltweit Freiwilligendienst vermitteln. Und das nicht jeden oder jede. So ging es für Seda zunächst zu einem Orientierungsseminar nach Karlsruhe, ehe die Zusage kam. Danach ging es an die Auswahl der Einsatzziele und der möglichen Projekte.

Als dann Kapstadt und die Arbeit in den Townships feststanden, galt es für die junge Lübbeckerin, sich einen »Unterstützerkreis« aufzubauen. Zu den Gesamtkosten von rund 10.000 Euro müssen der oder die Freiwillige 3.000 Euro selbst auf die Beine bekommen. Seda ist das Dank der Unterstützung ihrer Umgebung und zweier heimischer Firmen gelungen. Sie betont aber gleich, auch wenn sie nicht die gesamte Summe zusammenbekommen hätte, hätte sie dennoch fliegen dürfen. Für die Unterstützung bekommen die Spender vierteljährlich von Seda einen Infobrief, in dem sie ihrer Arbeit in Südafrinke schildert.

Die Organisation, die sie verpflichtet hat, arbeitet in den Townships mit Kindergärten und Grundschulen zusammen. Die Freiwilligen wohnen in Kapstadt zu sechst in einer Wohngemeinschaft. Seda arbeitet mit einer anderen Freiwilligen zusammen in einem Kindergarten, zu dem die beiden jeden Morgen eineinhalb Stunden mit dem Bus fahren. Nachmittags geht´s natürlich noch einmal genau so lange zurück. Gearbeitet wird von montags bis freitags, entweder in der Frühschicht oder in der Spätschicht. Die Wochenenden sind frei. Die wird sie nutzen, um ihrer vorübergehende Wahlheimat Südafrika genauer kennenzulernen.

Es gibt kein Geld, lediglich 65 Euro für die Verpfl egung. Das Geld muss also eingeteilt werden. Mutter Tanja wird sie wohl nicht besuchen kommen. Doch Sedas Oma hat in dieser Zeit dort einen Urlaub geplant. Seda ist mit ihrem Freundeskreis und mit ihrer Mutter Tanja bestens vernetzt. »So werden wir Verbindung halten«. Das Internet biete viele Möglichkeiten. Ansonsten lasse sie alles auf sich zukommen. Auch wir bleiben in Verbindung. Seda hat versprochen, sich hin und wieder zu melden. Wir geben´s dann an unsere Leser bzw. Leserinnen weiter.

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Kapstadt: eine Stadt der krassen Gegensätze.

 

 

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